Das Dazwischen
2014 war ich zum ersten Mal an der Algarve - irgendwo bei Tavira.
Ich wußte wenig über den Ort, über die Region, über die Sprache, sogar über die Namen der Dinge.
Ria Formosa? Oder doch etwas anderes? Damals spielte das keine Rolle.
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Mich zog nicht das Konkrete an, sondern ein Gefühl und Gerüche:
Licht, Meer, Zeit, der Geruch von Zistrosen (ich will leben, wo es gut riecht!) und die Ahnung, dass Südeuropa mehr war als ein Reiseziel. Mittelmeerklima (obwohl Portugal nicht am Mittelmeer liegt), Olivenbäume, Sehnsucht (portugiesisch: saudade).
Portugal habe ich mir nicht vorgenommen, sondern hineingelebt.
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Mit den Jahren kam Nähe, Erfahrung und ein tieferer Blick für das, was sich nicht erklären lässt - schon gar nicht von außen.
Man kann sich annähern, mitgehen, zuhören.
Ganz verstehen wird man die portugiesische Seele wohl nur, wenn man hier geboren ist.
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Vielleicht ist es genau dieses Dazwischen, das mich mit den Geschichten von Lost in Fuseta verbindet.
Beim Lesen entsteht eine Sehnsucht, die mir vertraut ist, weil die Bücher (auch wenn sie überzeichnen) eine portugiesische Wirklichkeit berühren, die ich ähnlich erlebe.
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Manchmal fühlt es sich an, als wäre ich selbst Teil dieser Geschichten geworden.
Nicht im wörtlichen Sinn, sondern weil Realität und Fiktion hier näher beieinanderliegen, als man von außen vermuten würde.
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Alles weitere erzähle ich lieber unterwegs...
